Nachhilfe -sinvoll oder nicht?
Ich habe mal den Text nach dem Wort “Nachhilfe in Berlin” durchsucht: “Das feminine Bewusstsein um die eigenen Attraktivität kann die Nachhilfe stärken”[...] Die Aussage ist allgemein natürlich richtig sowohl für Frauen als auch für Männer, aber nicht, wenn man, wie im Text dann weiter herleitet, daß durch Schönheitswettbewerbe dann erstens bei Frauen ALLGEMEIN das Selbstvertrauen erhöht wird, und sich (wie aus dem Text hervorgeht) die Nazis dadurch bedroht fühlten: “Das feminine Bewusstsein um die eigenen Attraktivität kann das weibliche Selbstvertrauen stärken, ein gefährlicher Effekt, den es für Nazis wie für Tschador-Befürworter zu unterdrücken gilt. Wo ließe sich der Gewinn an Selbstvertrauen durch die Teilnahme an einem Beauty-Wettbewerb psychologisch besser studieren, als an einem isolierten Ort?” Finde ich nicht falsch. Wenn ich an einem Wettbewerb teilnehme und gewinne steigt mein Selbstvertrauen. Die Aussage an sich ist IMHO daher allgemeingültig. Genau, für EINE individuelle Person steigt (vielleicht) dann das Selbstvertrauen, aber mit Sicherheit NICHT für die Allgemeinheit oder wie fühlst du dich, wenn dort irgendso ein Typ Mister Germany wird, mit Marvelcomicbreiten Schultern, ein Kinn wie eine Pflugscharre ,mit zentimeter langen Wimpern, Waschbrettbauch, braungebrannt eingeölt und 1,90 groß ,gewinnt und du siehst in den Spiegel und erblickst dort nur einen kleinen Typ ohne rechten Bartwuchs, bleich und bierbäuchig? Nochmals, durch Schönheitswettbewerbe steigt mit Sicherheit nicht das Selbstvertrauen von Frauen allgemein, sondern Schönheitswettbewerbe sind vorallem ein Paradebeispiel für Fremdprojektion von Wünschen auf das eigene Ich. Deshalb kann solche eine duzzelige Argumentation auch nur von einem
Mann kommen, sie ist nämlich nichts anderes als eine Wahrnehmungsverzerrrung durch selbstgefällige männliche Klischees und die Argumentation ist einfach falsch, weil die Nazis Schönheitswettbewerbe ausschließlich aus Angst vor sexueller Freizügigkeit verbieten ließen, siehe Wihelm Reichs “Massenpsychologie des Faschismus” und siehe meinem ersten Kommentar. Zweitens: Nochmals, ich bin nicht prinzipell gegen Schönheitswettbewerbe, ABER: Man kann doch vorallem bei Frauenwettbewerben den patriachalen gesellschaftlichen Hintergrund nicht ausblenden, daß es nun mal eine Tatsache ist, daß Frauen früher massiv benachteiligt waren und teilweise heute auch noch sind,daß sie sich zudem durch ihre Abhängigkeit fremdbestimmt überhaupt erst dieses übertriebene Diktat der Schönheit aufzwingen ließen, daß dieser weibliche Schönheitsfetischismus eben nicht einer freigewählten hedonisitischen Neigung entspricht, denn wenn das so wäre , dann hätte männliche Wettbewerbe heute einen gleichen Stellenwert und den haben sie nun mal NICHT. Wieso “wenigstens”? Ich bin sicher, daß du den Text verstanden hast? Ich glaube auch, das die Aussage irgendwie in den falschen Hals gekommen ist. Vor allem weil das von Trent angegebene Zitat ‘”Frauen endlich mal Selbstvertrauen bekommen”‘ in der Form nirgendwo im Text auftaucht. Glaube ich ehrlich nicht, wißt hier, das Schlimme sind nicht mal die typischen Frauenhasser, sondern die “Frauenversteher”, die sich ihres Sexismus nicht mal bewußt (Frauen sind ja sooooooo sensibel, würg kotz ächs, ). Ähnelt dann dem, was man zum Beispiel beim Thema Rassismus Philosemitismus nennnt. Übrigens bin ich keine Feministin an sich, sondern jemand der sich wirklich für radikale Gleichberechtigung einsetzt (jaja ,ich bin für das soziale Jahr bei Frauen, aber auch dafür, daß Männer ihren Erziehungsurlaub wahrnehmen.) Übrigens zum Rest des Textes: Im Frauengefängnis der litauischen Stadt Panevezys veranstaltete der Privatsender LNK TV Ende November eine Wahl zur “Miss Captivity” Das Verhalten seiner ansonsten nicht zimperlichen Schützlinge hatte sich völlig gewandelt. Wieso? Kristina, die 21jährige Gewinnerin, gab nach ihrem Sieg als Erklärung an, dass die Gefangenen zum ersten Mal die Chance erhalten hätten, sich als Frauen wahr zu nehmen.” Sich als Frau wahrzunehmen UND NICHT ALS PROSTITUIERTE!. Dieses Beispiel ist eigentlich ziemlich pervers, man kann sich ja denken womit diese Frauen vorher ihren Lebensunterhalt in einer wirtschaftlichdesolaten ehemaligen Sowjetrepublik verdienen mußten, da ist es natürlich schon ein Fortschritt, sich nur äußerlich zu verkaufen und nicht “innerlich”. ” Für Gesellschaften, die ihre Frauen wie Gefängnisinsassen behandeln, stellen feminine Selbsterkenntnis und erwachendes Selbstbewusstsein revolutionären Sprengstoff dar, der mit allen Mitteln zu unterdrücken ist. Dort ist allein schon Schönheit eine nicht zu tolerierende Provokation.” Nochmals , Schönheitswettbewerbe haben mit Sicherheit nichts und rein gar nichts mit “feminine Selbsterkenntnis und erwachendes Selbstbewusstsein” zu tun, solch eine Deutung und der größte Teil des Artikel ist schlichtweg nur peinlichste bizzarste männlichste Projektion, jede Frau die das anders sieht, möge sich bitte hier melden.
Bin jetzt leicht etwas vom Thema abgewichen, aber wer eine schöne Übersicht zum Thema Nachhilfe sucht kann auf dieser Seite fündig werden: bellnet.
Posted: September 13th, 2010 under nachhilfe.